Auch wenn das Testen des 225/45 R17 auf einem Audi A3 1.8 TFSI vielleicht nicht so glamourös ist wie einige der üblichen Testfahrzeuge des EVO Magazins, ist der 225/45 R17 heute die zweitmeistverkaufte Reifengröße und wird auf vielen sportlichen Kompaktwagen, Mittelklasse-Limousinen und sogar einigen Vans montiert.Wie üblich hat EVO dem Reifentest eine eigene dynamische Note verliehen. Während der Fokus auf der objektiven Bewertung liegt, fließt die subjektive Bewertung mit 40 % in das Gesamtergebnis ein. Das bedeutet, dass ein Reifen, der eine gute Balance bietet und sich gut fährt, nicht unbedingt über den ultimativen Grip verfügen muss, um gut abzuschneiden.
Die Ergebnisse
In puncto reiner Performance lagen die diesjährigen Testergebnisse extrem eng beieinander. Auf der trockenen Runde trennten den Erstplatzierten Vredestein und den Letztplatzierten Nexen nur 2,61 Sekunden - ein Unterschied von lediglich 2,4 %. Glücklicherweise war die Streuung bei der subjektiven Bewertung deutlich größer: Der schlechteste Tester erreichte nur 70,7 % der Bewertung des führenden Pirelli.Die Runde im Nassen war zwar kürzer, aber die Leistungsdifferenz war etwas größer: Zwischen dem erstplatzierten Pirelli und dem letztplatzierten Nexen lagen 5,11 Sekunden bzw. 6,8 %. Die subjektiven Wertungen zeigten wiederum eine deutlich größere Streuung: Der Nexen lag ganze 37 % hinter dem siegreichen Goodyear zurück.
Weitere Tests umfassten Aquaplaning- und Rollwiderstandstests sowie eine rein subjektive Fahrprüfung. Interessanterweise schnitten Reifen, die in den subjektiven Trocken- oder Nassfahrtests schlecht abschnitten, nicht unbedingt schlecht in der Fahrprüfung ab, bei der Fahrkomfort und Geräuschentwicklung ebenso wichtig waren wie Lenkpräzision und Haftung im Grenzbereich.
Gesamt
„Die Bodenhaftung beim Beschleunigen, in Kurven und beim Bremsen ist von größter Bedeutung.“
John Barker - EVO
EVO hat in diesem Jahr mit seinem Reifentest hervorragend daran erinnert, dass das Fahrgefühl genauso wichtig ist wie die Haftung, die ein Reifen bietet.John Barker - EVO
Die Premiummarken haben einmal mehr bewiesen, dass Qualität ihren Preis hat und belegen die ersten sechs Plätze. Hankook, Vredestein und Kumho liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz 7, während der günstigste Reifen im Test weit abgeschlagen auf dem letzten Platz landet. Hätte der Goodyear-Reifen ohne das ungewöhnliche Aquaplaning-Ergebnis gewonnen? Womöglich, aber mit keinem der vier Top-Reifen macht man etwas falsch. Man sollte jedoch bedenken, dass dieses Ergebnis für 225/45 R17-Reifen auf einem Audi A3 gilt. Eine andere Reifengröße auf einem anderen Fahrzeug könnte die Reihenfolge der Top 6 verändern.
Wie immer wird unsere Berichterstattung dem Test nicht gerecht, deshalb sollten Sie sich unbedingt die EVO-Ausgabe 175 besorgen, um den vollständigen Bericht und die detaillierte Ergebnisaufschlüsselung zu erhalten.
Dry: Der Pirelli-Reifen lag bei trockenen Bedingungen eine halbe Sekunde hinter dem schnellsten Reifen, gewann aber den subjektiven Test dank seines „hervorragenden Lenkgefühls, das direkt, reaktionsschnell und mit einer leichten, präzisen Lenkung einhergeht“.
Wet: Die schnellste Rundenzeit auf nasser Fahrbahn, die höchste Querbeschleunigung und der geteilte dritte Platz im subjektiven Test aufgrund des rauen Feedbacks machten den Pirelli P Zero zu einem der Spezialisten für nasse Bedingungen. Der vierte Platz beim Bremsen auf nasser Fahrbahn und ein starkes Ergebnis beim Aquaplaning bestätigten die Rundenzeit.
Subjective: Auf der Straße zeigte der Pirelli ein präzises und direktes Lenkverhalten mit sanftem Überfahren von Unebenheiten. Er war zwar nicht der leiseste, aber auch nicht der lauteste Reifen.
Insgesamt zeigte der P Zero in allen Tests eine durchweg starke Leistung, mit Ausnahme des Rollwiderstands, wo er den letzten Platz belegte.
Gesamt: 760.3
Dry
199.7
Wet
292.6
Subjective
100
Rolling Resistance
72.5
Overall
95.5
Dry: Im Trockenen die fünftschnellste Zeit, aber nur eine Sekunde hinter dem Vredestein und mit der zweitbesten Bremsleistung im Trockenen, erreicht der Goodyear in der subjektiven Bewertung den dritten Platz mit einem eher rauen Feedback. „Effektiv, aber nicht inspirierend.“
Wet: Nur eine halbe Sekunde hinter dem Pirelli bei Nässe, aber im subjektiven Test führend, beweist der F1 A2 erneut, dass er einer der besten Reifen bei Nässe ist. Er bietet hervorragenden Grip beim Herausbeschleunigen aus Kurven, starke Bremsleistung und ist in den Kurven unübertroffen. Der Goodyear, erneut der beste Reifen beim Bremsen auf nasser Fahrbahn, zeigt sich überraschenderweise schwach in den Aquaplaning-Tests und verpasst dadurch möglicherweise den ersten Platz.
Subjective: Bei der Fahrt federte der Goodyear größere Unebenheiten und holprige Straßen gut ab, war aber recht laut und bot nur eine mittelmäßige Rückmeldung über die Lenkung.
Dank des besten Rollwiderstands und seiner hervorragenden Nassperformance bleibt der Eagle F1 Asymmetric 2 der Top-Reifen für Nässe mit dem niedrigsten Rollwiderstand. Auch bei trockenen Bedingungen überzeugte er, doch subjektiv fehlte ihm etwas das gewisse Etwas. Am überraschendsten und enttäuschendsten waren die schwachen Aquaplaning-Ergebnisse, wo er normalerweise stark ist.
Gesamt: 764
Dry
192.9
Wet
294.3
Subjective
82.2
Rolling Resistance
100
Overall
94.6
Dry: Der Michelin-Reifen belegte zwar im Trockenhandling den achten Platz, lag aber weniger als 1,5 Sekunden hinter dem schnellsten Reifen. Subjektiv befand er sich im Mittelfeld, fühlte sich ausgewogen und agil an, neigte aber beim Herausbeschleunigen aus Kurven zum Untersteuern.
Wet: Der Michelin belegte sowohl beim Nasshandling als auch beim Nassbremsen den dritten Platz und bestätigte dies mit Bestnoten in beiden Aquaplaning-Tests. Seltsamerweise erreichte er beim Nassbremsen jedoch nur den neunten Platz. Subjektiv betrachtet war der Michelin sehr stark und kam in puncto Feedback und Fahrgefühl fast an den Goodyear heran.
Subjective: Der Michelin, der in puncto Fahrverhalten auf der Straße nur von Pirelli übertroffen wurde, war gut ausbalanciert, lenkte präzise und bot auf unebenen Oberflächen ein extrem leises und geschmeidiges Fahrgefühl.
Ein weiterer starker Reifen, der bei Nässe überzeugt, lediglich die durchschnittliche Trockenperformance enttäuscht etwas.
Gesamt: 753
Dry
191.5
Wet
288.6
Subjective
95.6
Rolling Resistance
83.2
Overall
94.1
Dry: Bei trockenen Bedingungen war der Conti der viertschnellste und bot ein ebenso gutes subjektives Fahrgefühl wie der Goodyear.
Wet: Im Nassen belegte der Conti insgesamt den vierten Platz. Er schien beim Herausbeschleunigen aus Kurven Zeit zu verlieren, da er dort etwas stärker aufsprang als der Goodyear. Die Plätze 3 und 2 in den Aquaplaning-Tests sowie der dritte Platz beim Bremsen auf nasser Fahrbahn machen den SportContact 5 zu einem weiteren starken Reifen für nasse Bedingungen.
Comfort: Auf der Straße reagierte der Continental etwas empfindlicher auf Unebenheiten und die Lenkung war bei Stadtgeschwindigkeit etwas träge, danach fühlte er sich aber genauso direkt an wie der Pirelli.
Insgesamt scheint der Sport Contact 5 mit steigender Geschwindigkeit immer besser zu werden. Er überzeugte sowohl bei trockenen als auch bei nassen Bedingungen, lediglich das subjektive Fahrgefühl und der durchschnittliche Rollwiderstand trübten den Gesamteindruck etwas.
Gesamt: 740.8
Dry
193.2
Wet
281.4
Subjective
93.3
Rolling Resistance
79.1
Overall
93.8
Dry: Der Bridgestone lag im Trockenen eine Sekunde hinter dem Pirelli, belegte aber dank seines stabilen und neutralen Fahrverhaltens auf der Strecke den zweiten Platz in der subjektiven Wertung.
Wet: Der Bridgestone, der bei Nässe die siebtschnellste Zeit fuhr, vermittelte mit seiner guten neutralen Balance den Eindruck, deutlich mehr Potenzial zu haben, doch es fehlte ihm an der nötigen Haftung. Im Mittelfeld bis hinteren Bereich bei Bremsmanövern auf nasser Fahrbahn und Aquaplaning schnitt der S001 insgesamt schlecht ab.
Subjective: Das Bridgestone bot ein straffes Fahrwerk und eine gute Lenkkraft, nur auf dem Straßenabschnitt fehlte es etwas an Rückmeldung.
Im Mittelfeld der meisten Nasstests zeigte das Bridgestone bei trockenen Bedingungen eine stärkere Leistung und vermittelte ein exzellentes subjektives Fahrgefühl auf der Rennstrecke.
Gesamt: 717.5
Dry
194
Wet
276.9
Subjective
86.7
Rolling Resistance
68
Overall
91.9
Dry: Der Dunlop, der die stärkste Bremsleistung auf trockener Fahrbahn und die drittschnellste Rundenzeit auf trockener Strecke erzielte, enttäuschte durch ein mangelhaftes Lenkgefühl. Obwohl die Lenkung direkt wirkte, brachte sie keine spürbare Agilität und reagierte bei forcierter Fahrweise träger.
Wet: Die zweithöchste Querbeschleunigung bei Nässe, aber nur die sechstbeste Zeit, überzeugte der Dunlop erneut mit seinem subjektiven Fahrgefühl. Zweiter Platz beim Bremsen auf nasser Fahrbahn und starke Aquaplaning-Ergebnisse.
Comfort: Auf der Straße erwies sich der Dunlop als recht straff und laut, belohnte aber mit einer reaktionsschnellen Lenkung bei niedrigen bis mittleren Geschwindigkeiten.
Der Sport Maxx RT zeigte sowohl auf nasser als auch auf trockener Fahrbahn eine starke Grundleistung, wurde aber durch sein subjektives Fahrgefühl auf der Rennstrecke eingeschränkt.
Gesamt: 733.9
Dry
184.9
Wet
282.9
Subjective
84.4
Rolling Resistance
90.1
Overall
91.6
Dry: Der Hankook schnitt subjektiv gut ab, fühlte sich leicht und direkt an, verlieh dem Auto ein flüssiges Fahrgefühl und landete nur 1,5 Sekunden hinter dem Schnellsten (wenn auch immer noch auf Platz sieben).
Wet: Neunter Platz in der Nassrunde, achthöchste Querbeschleunigung, letzter Platz beim Bremsen auf nasser Fahrbahn und geteilter siebter Platz im subjektiven Test - die schwache Nassperformance spiegelte den Preis des Hankook wider. Mit dem fünften Platz in beiden Aquaplaning-Tests konnte der Hankook jedoch wieder etwas Boden gutmachen.
Subjective: Der Hankook erreichte auf der Straßenstrecke erneut den fünften Platz und bot ein hervorragendes Fahrgefühl und Präzision, war aber recht laut.
Obwohl der Hankook S1 Evo2 nicht der schnellste Reifen im Test war und mit dem letzten Platz bei Nässebremsen ein Tiefpunkt darstellte, fühlte er sich nie besonders schlecht an und erzielte in vielen Bereichen subjektiv gute Ergebnisse.
Gesamt: 718.4
Dry
191.5
Wet
272.4
Subjective
84.4
Rolling Resistance
79.2
Overall
90.9
Dry: Schnellste Rundenzeit im Trockenen, knapp vor dem Pirelli, aber schlechte Ergebnisse in den subjektiven Tests, fühlte sich oft schlampig an.
Wet: Der Vredestein lag über zwei Sekunden hinter dem Pirelli und hatte bei Nässe Probleme mit den Querbeschleunigungen. Subjektiv etwas besser, erreichte er im Bremstest auf nasser Fahrbahn nur den siebten Platz und schnitt auch bei den Aquaplaning-Tests schlecht ab.
Subjective: Der Ultrac Vorti schnitt auch auf der Straße schlecht ab. Obwohl der Reifen ein präzises und direktes Lenkverhalten bot, ging dies auf Kosten des Fahrkomforts.
Der Vredestein Ultrac Vorti scheint eine starke Performance auf trockener Fahrbahn mit einer schwachen Performance auf nasser Fahrbahn abzuwägen, und ein gutes Lenkverhalten auf der Straße geht auf Kosten des Fahrkomforts.
Gesamt: 703.8
Dry
184.1
Wet
275.6
Subjective
77.8
Rolling Resistance
76.7
Overall
89.6
Dry: Mit dem letzten Platz beim Bremsen auf trockener Fahrbahn, der vorletzten langsamsten Rundenzeit und dem schlechtesten subjektiven Fahrgefühl aufgrund der leichten Lenkung und des mangelnden Grips zeigte der Kumho Le Sport eine schwache Leistung auf trockener Fahrbahn.
Wet: Sowohl in der gezeiteten Runde als auch bei der Querbeschleunigung belegte die Kumho den fünften Platz. Ihre stärkste Leistung zeigte sie auf der Nassstrecke, wobei ein etwas schwammiges Fahrgefühl die Endzeit positiv beeinflusste. Bei den Brems- und Aquaplaningtests auf nasser Fahrbahn erreichte die Kumho im Durchschnitt nur den achten Platz.
Subjective: Auf der Teststrecke blieb die Lenkung leichtgängig, der Geräuschpegel im Innenraum jedoch hoch. Auf den meisten Oberflächen fuhr es sich aber recht komfortabel.
Der Kumho, der den oben genannten Reifen deutlich näher kam als dem unten genannten Nexen, zeigte eine relativ gute Nassperformance. Langsam im Trockenen und ein schwammiges Lenkgefühl führten jedoch insgesamt zu einer schlechten subjektiven Gesamtbewertung.
Gesamt: 692.9
Dry
169.2
Wet
275.9
Subjective
82.2
Rolling Resistance
77.4
Overall
88.2
Dry: Im Trockenen war der N8000 am langsamsten, wurde aber subjektiv als schneller als der Kumho bewertet. Er benötigte einen größeren Lenkeinschlag und machte bei der Zeitmessung viel Lärm.
Wet: Der Nexen wirkte bei Nässe chancenlos und erzielte in den Kategorien Zeit, Querbeschleunigung und subjektives Fahrgefühl die schlechtesten Ergebnisse. Er lag über 5,1 Sekunden hinter dem Pirelli auf einer 70-Sekunden-Runde.
Subjective: Schlechteste Lenkung, fühlt sich bei nahezu allen Geschwindigkeiten schwammig und träge an. Laut.
Obwohl der Nexen N8000 der günstigste Reifen im Test ist, beweist er, dass Qualität ihren Preis hat: Bei Nässe ist er deutlich langsamer und subjektiv einer der schlechtesten Reifen im Test.
Gesamt: 641.5
Dry
173.2
Wet
235.8
Subjective
75.6
Rolling Resistance
77
Overall
79.9
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