Auch 2016 lieferte die deutsche Fachzeitschrift Auto Zeitung wieder einen der spannendsten Winterreifentests, über die wir je berichtet haben. Dreizehn der neuesten Winterreifen in der Größe 205/55 R16 wurden getestet, darunter der Continental WinterContact TS860, der Dunlop Winter Sport 5, der Goodyear UltraGrip 9 und der Nokian WR D4. Zum Vergleich wurde auch der sommerorientierte Ganzjahresreifen Michelin CrossClimate mit einbezogen.
Die neuen Reifen dominieren
Der Continental WinterContact TS850 war in seinen vier Jahren Laufzeit weitgehend ungeschlagen, daher ist es keine Überraschung, dass der neue TS860 den Test erneut dominiert und auf Schnee, bei Nässe, beim niedrigsten Kraftstoffverbrauch, beim besten Komfort und bei Trockenheit hervorragend abschneidet.
Der neue Nokian WR D4 knüpft nahtlos an die Erfolge des WR D3 an und erzielt hervorragende Ergebnisse auf Schnee und trockener Fahrbahn. Im Vergleich zu den besten getesteten Winterreifen schneidet der WR D4 bei Nässe etwas schlechter ab, zählt aber dennoch zu den besten Winterreifen im Test.
Die Top Drei komplettiert der Pirelli Cinturato Winter. Er schneidet in den Tests auf Schnee und Nässe gut ab, verliert aber Punkte aufgrund langer Bremswege bei Trockenheit und eines höheren Rollwiderstands als die Testsieger.
Es überrascht nicht, dass Goodyear, Michelin und Dunlop die Plätze vier, fünf und sechs belegen. Alle drei Reifen bieten eine starke und ausgewogene Leistung, und da die ersten sechs Plätze in diesem Jahr so eng umkämpft sind, wären alle diese Reifen eine ausgezeichnete Wahl für den Wintereinsatz.
Der Michelin CrossClimate
Die Einbeziehung des CrossClimate in einen umfassenden Winterreifentest ist äußerst interessant, da die größte Einschränkung, die die meisten Menschen beim CrossClimate haben, die Leistung auf Schnee und Eis ist.
Wie erwartet dominiert der Michelin beim Bremsen auf trockener Fahrbahn und bringt das Auto aus 100 km/h in 40,2 Metern zum Stehen, während der siegreiche Continental nur 44,4 Meter schafft. Die Runde im trockenen Handling war knapper, doch der CrossClimate gewinnt trotzdem mit einer Zeit von 107,9 Sekunden für die 3,3 km lange Runde, verglichen mit 109,3 Sekunden für den Continental.
Bei Nässe kam der Michelin-Reifen aus 100 km/h (62 mph) nach 57,6 Metern zum Stehen, der Continental-Reifen mit 57,9 Metern deutlich schneller. Der Continental-Reifen gewann die Nasshandling-Wertung mit einer Zeit von 87,5 Sekunden für die 1,7 km lange Runde, während der Michelin-Reifen 89 Sekunden benötigte und damit insgesamt den vierten Platz belegte.
Die Performance des Michelin CrossClimate auf Schnee wird oft infrage gestellt. Bei einer Bremsung aus 50 km/h auf Schnee kam der Continental nach 24,2 Metern zum Stehen, der Michelin nach 25,1 Metern - weniger als einen Meter kürzer als der Testsieger und damit schneller als einer der getesteten Winterreifen. Im Schneehandling absolvierte der Continental die 1,3 km lange Runde in 74 Sekunden, der Michelin in 77,1 Sekunden. Obwohl der Abstand zum Continental damit größer ist, war der Michelin CrossClimate schneller als drei der reinen Winterreifen, darunter auch der Winterreifen-Experte Vredestein.
Wenn Sie in einem Klima wie in England leben, wo Schnee selten vorkommt, zeigt dieser Test, dass Sie mit dem Michelin CrossClimate als Winterreifen besser beraten sind, da dieser Reifen Vorteile beim Bremsen auf trockener und nasser Fahrbahn bietet.
Hohe Traktion, kurze Bremswege und vorhersehbares Fahrverhalten auf Schnee (obwohl das Lenkgefühl besser sein könnte), ausgezeichnete Aquaplaning-Resistenz, leise
Schlechtes Fahrverhalten bei Nässe, lange Bremswege bei Nässe
Hohe Beständigkeit gegen Längs-Aquaplaning, hohe Seitenhaftung und gutes Handling auf trockener Oberfläche
Träges Ansprechverhalten der Lenkung auf Schnee, durchschnittliche Bremsleistung und eine Tendenz zum Untersteuern bei Nässe, längster Bremsweg auf trockenen Straßen
Geringe Haftung, schlechtes Lenkgefühl und unberechenbares Fahrverhalten auf Schnee, geringe Aquaplaning-Gefahr, längste Bremswege bei Nässe, schlechtes Handling auf trockener Fahrbahn, sehr hoher Rollwiderstand
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