TireRack, Amerikas führender Reifenhändler und zuverlässigste Quelle für Reifentestdaten, hat seinen neuesten Ultra High Performance All-Season-Test abgeschlossen. Mithilfe seiner beeindruckenden Testanlage und eines BMW 330i xDrive (Modelljahr 2024) bewertete das Expertenteam von TireRack neun führende Reifen hinsichtlich Fahrkomfort, Geräuschentwicklung sowie Leistung auf nasser und trockener Strecke.
Die Zusammenfassung des Tests finden Sie weiter unten. Den Lesern wird jedoch empfohlen, TireRack.com zu besuchen, um dort den vollständigen, ausführlichen Testbericht mit detaillierten Daten und dem Testvideo zu erhalten.
Der Pirelli P Zero AS Plus 3 bot ein sehr positives Fahrgefühl auf der Straße. Er absorbierte die meisten Stöße, glättete Unebenheiten und sorgte für einen außergewöhnlich leisen Innenraum ohne störende Abrollgeräusche. Die Lenkung war natürlich und direkt - schnell, aber nicht überempfindlich. Diese intuitiven Eigenschaften übertrugen sich auch auf nasser Fahrbahn. Die Lenkung ließ sich selbst im Grenzbereich mühelos und natürlich bedienen und war optimal auf den Grip des Reifens abgestimmt. Der Reifen vermittelte ein ausgewogenes Fahrgefühl, da Vorder- und Hinterachse harmonisch zusammenarbeiteten, was ihn zum angenehmsten Reifen auf nasser Fahrbahn machte. Auch auf trockener Strecke blieben diese Eigenschaften erhalten, und er erzielte Bestzeiten im objektiven Rundenzeitvergleich. Unter winterlichen Bedingungen wirkte der P Zero AS Plus 3 etwas weniger vertrauenserweckend. Zwar blieb die Lenkung direkt, doch der Reifen schien hecklastig zu sein, und seine maximale Traktion war geringer als bei anderen Testreifen.
Der Continental ExtremeContact DWS 06 Plus bot ein generell komfortables Fahrgefühl auf der Straße. Größere Stöße wurden abgefedert und kleinere Unebenheiten souverän absorbiert, wenn auch mit einem leichten Restspiel. Die Geräuschentwicklung war gut reduziert, und die Lenkung reagierte zurückhaltend und direkt, jedoch nicht besonders agil oder spritzig. Auf nasser Fahrbahn blieb die Lenkung gefühllos und träge, doch dies ging einher mit starker Traktion und einem komfortablen, ausgewogenen Fahrverhalten, was zu einer neutralen und souveränen Performance führte. Auf trockener Fahrbahn war das Fahrgefühl deutlich besser. Der Reifen fühlte sich intuitiv und sportlich an, lediglich die etwas träge Lenkung trübte das Fahrgefühl. Im Wintertest zeigte er eine beachtliche Leistung, beschleunigte gut und war leicht zu fahren. Allerdings wirkte er etwas unausgewogen, da die Bremsleistung nicht optimal zur Beschleunigung passte und Kurvenfahrten ein sorgfältiges Management der Haftung zwischen Vorder- und Hinterachse erforderten.
Der General G-MAX AS-07 bot ein etwas straffes Fahrgefühl, das Unebenheiten zwar spürbar machte, aber gleichzeitig ein raues Fahrgefühl verhinderte. Die Geräuschkulisse war angenehm dezent, und die Lenkung bot einen guten Widerstand, reagierte direkt, aber nicht ganz so abrupt. Auf nasser Fahrbahn zeigte der Reifen eine gute Performance mit einer agilen, präzisen Lenkung, die mit einem ausgewogenen, sicheren Fahrgefühl harmonierte. Allerdings neigte er bei maximaler Belastung schneller zum Übersteuern als gewünscht. Seine Stärken spielte er auf trockener Fahrbahn aus, wo er sich souverän und agil anfühlte und jegliche Traktionsprobleme verschwanden. Er erzielte die besten Bremswege im Test und konkurrenzfähige Rundenzeiten. Im Schnee zeigte er eine ordentliche Leistung, brachte die Kraft gut auf die Straße und bot ein berechenbares Handling. Insgesamt war er ein gutes Gesamtpaket, auch wenn ihm die absolute Traktion fehlte, um unter winterlichen Bedingungen mit den Besten mithalten zu können.
Der Michelin Pilot Sport All Season 4 zeigte auf der Straße ein leicht raues und unruhiges Fahrgefühl mit moderaten, mehrstimmigen Geräuschen. Die Lenkung war direkt, reaktionsschnell und besonders in Kurven agil, was sich sportlich anfühlte, aber etwas wenig Rückmeldung bot. Auf nasser Fahrbahn ermöglichte die reaktionsschnelle Lenkung eine gute Kontrolle, und der Reifen bot mehr als genug Grip, um die Bedingungen zu meistern. Er korrigierte Fehler schnell und erwies sich als äußerst zuverlässig. Dieses Gefühl blieb auch auf trockener Fahrbahn erhalten, wo das Fahrverhalten konstant und ausgewogen war, obwohl der Reifen etwas empfindlich auf Belastungen in der Kurvenmitte reagierte. Im Schnee war die Lenkung nur im Anfangsbereich des Lenkeinschlags effektiv und ließ mit zunehmender Kurvenlage nach, was auf mangelnde Seitenführung hindeutete. Obwohl die Längshaftung gut war, bot das Fahren im Schnee ein weniger angenehmes Erlebnis und führte zu langsamen und überlegten Runden.
Der Cooper Cobra Instinct liegt unverkennbar straff auf der Straße und federt kleinere Stöße mit etwas Nachgeben ab, überträgt aber größere Unebenheiten und Schlaglöcher hart. Der Geräuschpegel war durchschnittlich, auf glatten Straßen jedoch deutlich wahrnehmbar. Die Lenkung fühlte sich straff an, wirkte in der Mittellage aber etwas schwammig und nicht direkt genug. Auf nasser Fahrbahn fühlte sich der Cobra Instinct wohl, bot starke Traktion und überzeugte mit einer präzisen und direkten Lenkung im Slalom, obwohl er in Kurven an seine Grenzen stieß. Auch im Trockenen blieb er eine Top-Option und vermittelte ein sportliches, agiles und ausgewogenes Fahrgefühl. Im Wintertest hingegen schwächelte der Reifen in nahezu jeder Hinsicht, mit sehr schlechter Längstraktion sowohl beim Beschleunigen als auch beim Bremsen. Die Lenkung bot kaum Rückmeldung, wodurch es fast unmöglich war, den Grip einzuschätzen, was entweder zu Untersteuern oder abruptem Übersteuern führte.
Der BFGoodrich g-Force COMP-2 A/S PLUS bot ein straffes Fahrgefühl und dämpfte Unebenheiten gut ab, ohne sie jedoch vollständig zu kaschieren. Er erzeugte auf den meisten Oberflächen einen gleichmäßigen Klang mit einem leichten Abrollgeräusch. Besonders hervorzuheben war seine Lenkung: Sie fühlte sich angenehm gewichtet, präzise und direkt an und unterstrich so seine Performance-DNA. Auf nasser Fahrbahn zeigte er sich zuverlässig und ausgewogen, obwohl die Lenkung etwas indirekter wirkte als gewünscht und die Vorderachse in engeren Kurven zum Untersteuern neigte. Das Fahrverhalten auf trockener Fahrbahn war ähnlich: Die direkte und sichere Lenkung war ein Highlight, doch mangelnde Traktion hielt ihn im Mittelfeld zurück. Bei Wintertests zeigte der Reifen deutlich weniger Traktion. Der schwache Grip an der Hinterachse führte zu einem unruhigen Fahrverhalten und erforderte niedrigere Kurvengeschwindigkeiten.
Der Falken Azenis FK460 A/S bot ein vielversprechendes Fahrgefühl auf der Straße. Er bot eine ausgewogene Mischung aus Komfort und Nachgiebigkeit, ohne dabei zu straff zu sein, und hielt die Fahrgeräusche gering. Die Lenkung vermittelte ein direktes und natürliches Gefühl, es fehlte ihr jedoch an Biss. Für ein wirklich zufriedenstellendes Fahrgefühl hätte sie etwas mehr Gewicht und Präzision vertragen. Auf nasser Fahrbahn blieb die Lenkung leichtgängig und agil, doch dem Reifen fehlte es an Seitenhalt. Um die Kurvengeschwindigkeit zu kontrollieren und ein Ausbrechen zu verhindern, musste früh gebremst werden. Dies spiegelte sich in den langsameren Rundenzeiten wider. Auch auf trockener Fahrbahn zeigte sich keine wesentliche Verbesserung: Das Fahrverhalten war weiterhin schwammig und unpräzise, und bei sportlicher Fahrweise neigte der Reifen zum Untersteuern. Winterliche Bedingungen waren für den Reifen nicht optimal; seine Traktion gehörte zu den schwächsten im Test, und er musste in einem sehr engen Fahrbereich bewegt werden, um die Kontrolle zu behalten, da jeder Fehler entweder zu Untersteuern oder abrupten Ausweichmanövern führte.
Der Bridgestone Potenza Sport AS bot ein angenehmes Fahrgefühl auf der Straße mit straffer Federung und einem leichten Nachwippen nach Stößen, das jedoch nie störend war. Die Geräuschdämpfung war gut und harmonisch. Die Lenkung reagierte bei niedrigen Geschwindigkeiten direkt und präzise, wirkte aber bei höheren Geschwindigkeiten etwas träge und vermisste die für Performance-Reifen typische, natürliche Rückmeldung. Auf nasser Fahrbahn hatte der Reifen mit mangelnder Traktion zu kämpfen, was zu einer Verzögerung zwischen Lenkeinschlag und -reaktion und einem schwammigen Fahrgefühl führte. Ähnlich verhielt es sich auf trockener Fahrbahn: Die Lenkung wirkte träger und unpräziser und erforderte eine überlegtere Fahrweise. Im Schnee hingegen zeigte sich der Reifen erfreulich agil mit deutlich verbessertem Lenkverhalten, nutzbarem Seitenhalt und präzisen Richtungswechseln. Dadurch war er im Grenzbereich berechenbar und fehlerverzeihend.
Der Vredestein Hypertrac All Season bot ein angenehmes und komfortables Fahrgefühl auf der Straße und meisterte Unebenheiten mit einer souveränen Professionalität, die zwar etwas straff, aber dennoch geschmeidig war. Der Geräuschpegel war niedrig, lediglich auf Asphalt war ein einzelner Ton wahrnehmbar. Die Lenkung war griffig und reagierte auch in Kurven präzise, eine minimale Verzögerung ließ sie jedoch etwas träge wirken. Dieses positive Gefühl wurde auf nasser Fahrbahn getrübt, da dem Reifen die nötige Traktion fehlte, um mit seiner direkten Lenkung mitzuhalten. Die Balance war nicht optimal, das Fahrzeug fühlte sich schwammig, nervös und im Grenzbereich weniger kontrollierbar an. Ähnlich verhielt es sich auf trockener Fahrbahn: Die Lenkung wirkte schwammig und das Heck brach bei Slalommanövern aus. Im Schnee hingegen präsentierte sich der Reifen subjektiv sehr gut. Er fühlte sich ausgewogen an und übertraf die Summe seiner Einzelteile. Die Lenkung vermittelte ein souveränes Fahrgefühl und war leicht zu beherrschen. Auch jenseits der Grenzen blieb das Fahrzeug stabil und kontrollierbar.
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