Auto Bild Sportscars testete acht Sommerreifen in den Dimensionen 255/35 R19 und 275/35 R19 - eine gestaffelte Bereifung, die beispielsweise beim BMW Z4, BMW Supra und den BMW M3/M4 Modellen der F-Serie zum Einsatz kommt. Die Tests fanden auf der Wachauring-Rennstrecke in Österreich statt und umfassten Fahrverhalten bei Nässe und Trockenheit, Bremsverhalten, Aquaplaning, Grip auf der Kreisbahn, Geräuschentwicklung und Rollwiderstand. Als Testfahrzeug diente der BMW Z4. Zu den getesteten Herstellern gehörten Continental, Bridgestone, Pirelli, Vredestein, Kumho, Michelin, Hankook und Goodyear.
Test-Zusammenfassung
Aquaplaning-Balance bei versetzten Einbauten
Die Aquaplaning-Ergebnisse verdeutlichen eine spezifische Herausforderung bei gestaffelten Reifenkombinationen. Breitere Hinterreifen verhalten sich auf stehendem Wasser ähnlich wie Surfbretter und verlieren daher tendenziell den Kontakt zur Straße, bevor die schmaleren Vorderreifen die Haftung verlieren. Der Michelin ist das extremste Beispiel: Sein Vorderreifen hält bis 90,2 km/h - der beste Wert im Test - Grip, während der Hinterreifen bereits bei 83,4 km/h, dem schlechtesten Wert, aufschwimmt. Das bedeutet, dass es einen Bereich gibt, in dem die Vorderachse noch normal lenkt, die Hinterachse aber bereits die Haftung verloren hat, was bei starkem Regen zu plötzlichem Übersteuern führen kann. Beim Hankook verhält es sich genau umgekehrt: Hier schwimmt jede Achse bei exakt 87,9 km/h auf. Der Rat von Auto Bild Sportscars ist einfach: Bei starkem Regen das Gaspedal zurücknehmen, unabhängig von der Reifenkombination.
Das Ergebnis von Goodyear
Der letzte Platz des Goodyear Eagle F1 SuperSport bedarf einer Erklärung. Auf der Nasshandling-Strecke verlor er über 15 km/h gegenüber dem Continental und benötigte bei Nässe 51,5 m Bremsweg aus 100 km/h - über 9 m mehr als der beste Reifen. Die Tester führen dies nicht auf grundsätzliche Mängel des Reifens zurück, sondern auf eine unpassende Kombination mit dem BMW Z4 in dieser speziellen Reifengrößen-Mixed-Size-Konfiguration.
Ich habe es vor einigen Jahren selbst mit einem Supra getestet und fand es knifflig; in einem neueren Test mit einem VW Golf schnitt der Supra Sport bei Nässe jedoch hervorragend ab. Manchmal gibt es einfach ungünstige Größen.
Trockenbremsen
Continental liegt mit 34,2 m am kürzesten, Bridgestone nur 20 cm dahinter. Das Mittelfeld ist eng beieinander, doch Michelin, Goodyear und Pirelli überschreiten alle die 36-Meter-Marke - bemerkenswerterweise belegen diese drei etablierten Premiummarken die letzten drei Plätze.
Trockenbremsen
Verbreiten: 2.10 M (6.1%)|Durchschnitt: 35.36 M
Trockenbremsung in Metern (100 - 0 km/h) (Niedriger ist besser)
Continental SportContact 7
34.20 M
Bridgestone Potenza Sport Evo
34.40 M
Vredestein Ultrac Pro
35.00 M
Hankook Ventus S1 Evo Z K129
35.40 M
Kumho Ecsta Sport S PS72
35.40 M
Pirelli P Zero PZ5
36.00 M
Goodyear Eagle F1 SuperSport
36.20 M
Michelin Pilot Sport 4 S
36.30 M
Restgeschwindigkeitsrechner
Dry Braking: Auswirkungen auf die Sicherheit: Bester vs. schlechtester Reifen
Trockene Handhabung
Continental führt erneut mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 108,4 km/h, gefolgt von Michelin. Beide Reifen harmonieren gut mit dem Fahrwerk des Z4, ermöglichen ein präzises Einlenkverhalten und bleiben auch im Grenzbereich gut kontrollierbar. Vredestein, Bridgestone und Hankook bilden ein enges Mittelfeld. Der Goodyear fällt mit 103,1 km/h deutlich ab, liegt über 5 km/h hinter den Besten und wird als unausgewogen im Fahrgefühl beschrieben.
Trockenhandling
Verbreiten: 5.30 Km/H (4.9%)|Durchschnitt: 106.56 Km/H
Trockenhandling Durchschnittsgeschwindigkeit (Höher ist besser)
Continental SportContact 7
108.40 Km/H
Michelin Pilot Sport 4 S
107.90 Km/H
Vredestein Ultrac Pro
107.10 Km/H
Bridgestone Potenza Sport Evo
107.00 Km/H
Hankook Ventus S1 Evo Z K129
106.90 Km/H
Kumho Ecsta Sport S PS72
106.10 Km/H
Pirelli P Zero PZ5
106.00 Km/H
Goodyear Eagle F1 SuperSport
103.10 Km/H
Nass
Nassbremsung
Der Continental führt auch den Bremstest auf nasser Fahrbahn an und kommt aus 100 km/h in 42,4 m zum Stehen. Der Goodyear benötigt 51,5 m - zu dem Zeitpunkt, an dem der Continental bereits zum Stehen gekommen ist, würde ein Fahrzeug mit Goodyear-Reifen noch fast 40 km/h fahren. Der Abstand zwischen dem Ersten und Letzten ist hier deutlich größer als im Test auf trockener Fahrbahn, wo das Feld viel enger beieinander lag.
Nassbremsen
Verbreiten: 9.10 M (21.5%)|Durchschnitt: 46.38 M
Nassbremsen in Metern (100 - 0 km/h) (Niedriger ist besser)
Continental SportContact 7
42.40 M
Bridgestone Potenza Sport Evo
43.90 M
Hankook Ventus S1 Evo Z K129
46.00 M
Vredestein Ultrac Pro
46.20 M
Pirelli P Zero PZ5
46.70 M
Kumho Ecsta Sport S PS72
47.00 M
Michelin Pilot Sport 4 S
47.30 M
Goodyear Eagle F1 SuperSport
51.50 M
Restgeschwindigkeitsrechner
Wet Braking: Auswirkungen auf die Sicherheit: Bester vs. schlechtester Reifen
Nasshandhabung
Der Continental dominiert den Nasshandling-Parcours mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von fast 79 km/h und bietet präzises Einlenkverhalten und direktes Feedback. Pirelli und Bridgestone folgen mit deutlichem Abstand. Der Goodyear verliert über 15 km/h auf den Führenden - ein erheblicher Rückstand, der zu seinem schwachen Bremsverhalten auf nasser Fahrbahn passt und bestätigt, dass er bei allen Nasshaftungstests mit diesem Fahrzeug Probleme hat.
Nasshandling
Verbreiten: 15.40 Km/H (19.5%)|Durchschnitt: 72.61 Km/H
Nasshandling Durchschnittsgeschwindigkeit (Höher ist besser)
Continental SportContact 7
78.90 Km/H
Pirelli P Zero PZ5
76.50 Km/H
Bridgestone Potenza Sport Evo
75.10 Km/H
Vredestein Ultrac Pro
73.30 Km/H
Kumho Ecsta Sport S PS72
72.00 Km/H
Michelin Pilot Sport 4 S
71.20 Km/H
Hankook Ventus S1 Evo Z K129
70.40 Km/H
Goodyear Eagle F1 SuperSport
63.50 Km/H
Nasskreis
Bridgestone und Continental erzeugen die höchsten Seitenkräfte und sorgen am längsten für ein neutrales Fahrverhalten des Z4. Pirelli folgt dicht dahinter. Ab Vredestein vergrößern sich die Abstände, wobei Kumho und Hankook identische Ergebnisse erzielen. Der Michelin - der teuerste Reifen im Test - landet auf dem vorletzten Platz, während Goodyear erneut das Schlusslicht bildet.
Nasser Kreis
Verbreiten: 2.40 s (19.2%)|Durchschnitt: 13.54 s
Rundenzeit auf nassen Kreisen in Sekunden (Niedriger ist besser)
Bridgestone Potenza Sport Evo
12.50 s
Continental SportContact 7
12.60 s
Pirelli P Zero PZ5
12.70 s
Vredestein Ultrac Pro
13.30 s
Hankook Ventus S1 Evo Z K129
14.00 s
Kumho Ecsta Sport S PS72
14.00 s
Michelin Pilot Sport 4 S
14.30 s
Goodyear Eagle F1 SuperSport
14.90 s
Geradeaus Aquaplaning
Der Michelin-Vorderreifen bietet den besten Schutz vor Aquaplaning und hält den Kontakt bis 90,2 km/h - doch der Hinterreifen gerät bereits bei 83,4 km/h ins Wanken, was die größte Unwucht zwischen Vorder- und Hinterachse im Testfeld zur Folge hat. Der Hankook-Reifen ist am besten ausbalanciert, beide Achsen rutschen bei exakt 87,9 km/h ins Wanken. Dieser Test verdeutlicht, wie schwierig die richtige Abstimmung von Reifen unterschiedlicher Größe ist: Verliert das Heck vor dem Vorderreifen die Haftung, kann das Fahrzeug bei starkem Regen ohne Vorwarnung übersteuern.
Aquaplaning geradeaus
Verbreiten: 2.80 Km/H (3.1%)|Durchschnitt: 88.38 Km/H
Der Vredestein ist mit 70,9 dB der leiseste Reifen - ein wichtiger Aspekt bei einem offenen Roadster, wo Fahrgeräusche stets präsent sind. Continental und Hankook teilen sich mit 72,0 dB den zweiten Platz. Goodyear und Bridgestone sind mit über 74 dB die lautesten Reifen und liegen damit mehr als 3 dB über dem Vredestein, was einen deutlich hörbaren Unterschied darstellt.
Geräusch
Verbreiten: 3.30 dB (4.7%)|Durchschnitt: 72.71 dB
Außengeräusch in dB (Niedriger ist besser)
Vredestein Ultrac Pro
70.90 dB
Hankook Ventus S1 Evo Z K129
72.00 dB
Continental SportContact 7
72.00 dB
Michelin Pilot Sport 4 S
72.60 dB
Pirelli P Zero PZ5
72.60 dB
Kumho Ecsta Sport S PS72
73.40 dB
Bridgestone Potenza Sport Evo
74.00 dB
Goodyear Eagle F1 SuperSport
74.20 dB
Wert
Rollwiderstand
Hankook und Vredestein erzielen über beide Achsgrößen hinweg den besten durchschnittlichen Rollwiderstand. Alle acht Reifen liegen in diesem Test relativ nah beieinander - es gibt keine gravierenden Ausreißer. Interessanterweise rollen die schmaleren Vorderreifen nicht automatisch bei jeder Marke leichter; die Rangfolge zwischen den Größen 255 und 275 variiert je nach Hersteller.
Rollwiderstand
Verbreiten: 2.02 kg / t (24.4%)|Durchschnitt: 9.25 kg / t
Rollwiderstand in kg t (Niedriger ist besser)
Hankook Ventus S1 Evo Z K129
8.29 kg / t
Michelin Pilot Sport 4 S
8.50 kg / t
Vredestein Ultrac Pro
8.69 kg / t
Bridgestone Potenza Sport Evo
9.21 kg / t
Continental SportContact 7
9.59 kg / t
Kumho Ecsta Sport S PS72
9.65 kg / t
Pirelli P Zero PZ5
9.73 kg / t
Goodyear Eagle F1 SuperSport
10.31 kg / t
Brennstoff- und Energiekostenrechner
19,000 km
£1.45/L
8.0 L/100km
--
Jährliche Differenz
--
Lebenslange Ersparnisse
--
Zusätzlicher Treibstoff/Energie
--
Zusätzliches CO2
Die Schätzwerte basieren auf typischen Fahrbedingungen. Der Rollwiderstand trägt zu etwa 20 % des Kraftstoffverbrauchs von Verbrennern und 25 % des Energieverbrauchs von Elektrofahrzeugen bei. Die tatsächlichen Einsparungen variieren je nach Fahrstil, Fahrzeuggewicht, Straßenverhältnissen und Reifenalter. Nur zu Vergleichszwecken. Die Einsparungen über die gesamte Lebensdauer basieren auf einer Laufleistung von 40.000 km.
Ergebnisse
Der Continental SportContact 7 geht als Testsieger hervor und überzeugt mit starken Brems- und Handlingeigenschaften auf nasser und trockener Fahrbahn. Der Bridgestone Potenza Sport Evo folgt dicht dahinter. Sieben von acht Reifen erhalten die Bewertung „gut“ oder besser, was für ein insgesamt starkes Teilnehmerfeld spricht. Die preisgünstigen Alternativen von Vredestein, Kumho und Hankook bieten ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Der Continental SportContact 7 ist der klare Testsieger und dominiert in nahezu allen Kategorien. Auf der Nassstrecke setzt er Maßstäbe mit präzisem Einlenkverhalten und direkter Lenkungsrückmeldung. Auch im Trockenen überzeugt er mit starkem Handling - der Reifen harmoniert hervorragend mit dem Fahrwerk des Z4 in gemischten Größen, lenkt präzise ein und bleibt im Grenzbereich kontrollierbar. Die Bremsleistung ist sowohl bei Nässe als auch bei Trockenheit führend. Einziger Nachteil ist der etwas höhere Rollwiderstand.
Der Bridgestone Potenza Sport Evo belegt den zweiten Platz in der Gesamtwertung und überzeugt bei Nässe mit starken Fahreigenschaften. Er erzeugt hohe Seitenkräfte auf dem Skidpad und hält den Z4 stabil in der Spur. Das Lenkgefühl ist präzise, und das Fahrverhalten auf trockener Fahrbahn ist sportlich; der Reifen positioniert sich im engen Mittelfeld. Die Bremsleistung auf trockener Fahrbahn ist exzellent und liegt nur 20 cm hinter dem Continental. Negativ anzumerken ist hingegen das etwas erhöhte Überholgeräusch und der leicht erhöhte Rollwiderstand.
Der Pirelli P Zero PZ5 ist ein Spezialist für nasse Bedingungen mit guter Aquaplaning-Resistenz an beiden Achsen. Das Fahrverhalten bei Nässe ist dynamisch und bietet auf der Teststrecke starken Seitenhalt. Allerdings sind die Bremswege sowohl bei Nässe als auch bei Trockenheit etwas länger, und das Fahrverhalten auf trockener Fahrbahn ist eine Schwäche - hier rangiert er im hinteren Feld. Insgesamt eine solide, sicherheitsorientierte Wahl, aber nicht der agilste Reifen auf trockener Straße.
Der Vredestein Ultrac Pro ist ein Experte für trockene Fahrbahnen mit einem ausgewogenen und berechenbaren Fahrverhalten. Er liegt im Mittelfeld der Reifen mit gutem Trockenhandling und zeichnet sich durch kurze Bremswege auf trockener Fahrbahn aus. Mit 70,9 dB ist er der leiseste Reifen im Test und bietet dank des geringen Rollwiderstands zudem ein gutes Kraftstoffsparpotenzial. Der Nachteil: Er sticht in keiner einzelnen Kategorie besonders hervor - ein solider Allrounder, aber kein Klassenprimus. Mit rund 740 Euro pro Satz bietet er außerdem ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Der Kumho Ecsta Sport S PS72 ist der günstigste Reifen im Test und bietet eine solide Gesamtleistung ohne nennenswerte Schwächen. Die Nasshaftung auf der Skidpad-Strecke entspricht exakt der des Hankook, und der Bremsweg auf trockener Fahrbahn ist mit 35,4 m gut. Das Handling auf trockener Fahrbahn liegt etwas hinter den Spitzenreitern zurück, und die Bremswege auf nasser Fahrbahn sind etwas länger. Für den Preis stellt er eine vernünftige Budget-Option dar, die keine nennenswerten Abstriche bei der Sicherheit macht.
Der Michelin Pilot Sport 4S überzeugt auf trockener Fahrbahn und erzielt die zweitschnellste Trockenhandling-Runde mit gutem Einlenkverhalten und hoher Kontrollierbarkeit im Grenzbereich. Auch im Aquaplaning-Test führt er an der Vorderachse mit 90,2 km/h, doch das Heck schwimmt deutlich früher mit 83,4 km/h auf - die größte Gewichtsverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse im Test. Nasshandling und Bremsleistung liegen unter dem Durchschnitt. Mit rund 1020 Euro pro Satz ist er mit Abstand der teuerste getestete Reifen, und das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt nicht.
Der Hankook Ventus S1 Evo Z bietet das ausgewogenste Aquaplaning-Verhalten; beide Achsen schwimmen bei exakt 87,9 km/h auf. Der Bremsweg auf trockener Fahrbahn ist kurz und der Rollwiderstand zählt zu den niedrigsten im Test. Schwächen zeigt er jedoch bei Nässe - hier fehlt ihm spürbar die Reserve auf nasser Strecke. In den meisten anderen Bereichen liegt er im Mittelfeld. Mit rund 730 Euro pro Satz ist er eine preisgünstige Option mit guter Effizienz.
Der Goodyear Eagle F1 SuperSport landet auf dem letzten Platz und ist in dieser gemischten Reifengröße auf dem Z4 deutlich überfordert. Er verliert auf der Nassstrecke über 15 km/h gegenüber dem Continental und ist auch im Trockenen am langsamsten, wo das Fahrgefühl als unausgewogen beschrieben wird. Der Bremsweg aus 100 km/h auf nasser Fahrbahn beträgt 51,5 m - das heißt, der Z4 fährt noch mit fast 40 km/h, während der Continental bereits zum Stehen gekommen ist. Seine einzige relative Stärke ist die Aquaplaning-Resistenz. Die schlechten Ergebnisse scheinen eher auf eine unpassende Reifengröße als auf einen grundsätzlichen Reifenmangel zurückzuführen zu sein.