Es ist immer erfreulich, dass britische Zeitschriften Reifentests veröffentlichen, und keine Zeitschrift leistet dabei eine so gründliche Arbeit wie Auto Express. Der diesjährige „Reifen-Komplettführer“ umfasst 10 Reifen in 10 Disziplinen und bietet insgesamt 100 Datenpunkte!Das vielleicht interessanteste Ergebnis des diesjährigen Reifentests ist, wie gut Reifen heutzutage sind. Zwar gab es in jedem Test klare Gewinner und Verlierer, doch insgesamt lag der schlechteste Reifen nur 3,5 % hinter dem besten - ein Beweis dafür, wie hart umkämpft die Spitze ist.
Wie immer finden Sie die vollständigen Ergebnisse in Ausgabe 1182 von Auto Express oder über den Link am Ende des Artikels. Hier ist die Aufschlüsselung mit den zusammengefassten Daten. Alle Tests wurden mit der gängigen Reifengröße 225/45 R17 auf einem VW Golf durchgeführt.
Der Test des aktuell von TyreReviews am besten bewerteten Reifens, der die Nutzerbewertungen bestätigt, gewann mit einer exzellenten Gesamtleistung. Der Goodyear Eagle F1 Asymmetric 2 erzielte in nahezu allen Disziplinen Bestnoten und bot den Testfahrern ein präzises und direktes Einlenkverhalten mit hervorragendem Grip. Die Goodyear Eagle F1-Reihe überzeugt traditionell mit starken Nassreifen, doch die eigentliche Überraschung war ihre Leistung bei trockenen Bedingungen, wo sie direkt hinter dem führenden Bridgestone landete.
Der neue Michelin Pilot Sport 3 erzielte ein gutes Ergebnis und wiederholte mit einer starken Leistung den zweiten Platz aus dem Vorjahr. Möglicherweise war die Gewichtung der Wertung etwas zu stark auf Aquaplaning ausgerichtet (wo er die Plätze 1 und 2 belegte). Der Michelin erreichte zwar Platz 9 in Kurvenfahrten auf nasser Fahrbahn und Platz 10 beim Bremsen auf trockener Fahrbahn, konnte aber mit einem dritten Platz im Handling auf nasser Fahrbahn und einem vierten Platz beim Bremsen auf nasser Fahrbahn einige Punkte gutmachen.
Der Pirelli P Zero verpasste den Spitzenplatz aufgrund eines hohen Rollwiderstands und einer durchschnittlichen Rundenzeit im Trockenen nur knapp. Im Nassentest hingegen war er der klare Sieger: Er war eine halbe Sekunde schneller als der nächstplatzierte Reifen und hatte einen um einen Meter kürzeren Bremsweg als alle anderen Reifen. Seine robuste Konstruktion sorgte für hohe Fahrstabilität und ein angenehmes Fahrgefühl.
Als einziger laufrichtungsgebundener Reifen im Test konnte der Vredestein Ultrac Cento bei Nässe naturgemäß eine starke Leistung zeigen und lieferte mit dem zweiten Platz hinter dem Pirelli ab. Leider hatte das mittlerweile veraltete Design bei trockenen Bedingungen Schwierigkeiten und belegte auf dem Handlingkurs den neunten Platz, da es ihm an Grip und Balance mangelte.
Nokian erreichte mit dem Nokian Z G2 einen soliden 5. Platz. Zwar konnte der Nokian nur im Geräuschtest überzeugen, doch seine starke Leistung beim Nasshandling und in Kurven sorgte für ein gutes Gesamtergebnis. Das Trockenhandling ließ etwas zu wünschen übrig, daher ist der Nokian vielleicht nicht der beste Reifen für den ambitionierten Fahrer, aber dennoch ein solider Allrounder.
Der letztjährige Testsieger, der nun abgelöst wurde, Continental Sport Contact 3, erzielte mit Platz 6 sein schlechtestes Ergebnis aller Zeiten. Wie der Bridgestone zeigte er sich bei Trockentests extrem stark mit exzellenten Bremsleistungen und einem präzisen Einlenkverhalten in der Handlingrunde. Seine Performance bei Nässe ließ jedoch zu wünschen übrig, sodass er in Kurven auf dem letzten Platz landete. Der neue Conti Sport Contact 5 sollte diesen Trend bei den Reifentests im nächsten Jahr umkehren.
Der mittlerweile veraltete Dunlop Sport Maxx TT bot eine durchschnittliche Performance; er stach in keinem Bereich hervor, wies aber bis auf den Rollwiderstand auch keine Schwächen auf. Der Nachfolger des Dunlop Sport Maxx TT dürfte ein vielversprechender Reifen werden.
Bridgestone dürfte nicht erfreut sein, dass ihr neues Flaggschiff, der Potenza S001, auf der eigenen Teststrecke nur den achten Platz belegte. Zwar erzielte der Bridgestone im Trockenhandling-Test ein starkes Ergebnis und erreichte beim Geräuschpegel im Innenraum den dritten Platz, doch bei Nässe schnitt er schlecht ab und landete im Aquaplaning-Test auf gerader Strecke beinahe auf dem letzten Platz.
Die neue Budgetmarke Apollo (zu der mittlerweile auch Vredestein gehört) dürfte froh sein, nicht Letzter geworden zu sein, denn der Aspire 4 ist mit Abstand der günstigste Reifen im Test. Der Aspire 4 gewann überraschenderweise den Test in Kurven bei Nässe, schnitt aber in den Handlingtests weniger gut ab, da er einen größeren Lenkeinschlag erforderte und weniger Feedback bot als andere Reifen.
Das Ergebnis für den Hankook Ventus S1 Evo war enttäuschend und etwas ungewöhnlich: Platz 10, hinter der Budgetmarke Apollo. Der S1 Evo schnitt im Rollwiderstandstest hervorragend ab und belegte den ersten Platz, versagte aber im Aquaplaning-Test kläglich und landete auf dem letzten Platz. In früheren Tests wurde der S1 Evo als „bester Reifen bei Nässe“ bezeichnet. Dies deutet entweder darauf hin, dass der S1 Evo in dieser Größe nicht gut funktioniert, dass im Aquaplaning-Test ein neuer Wasserstand verwendet wurde, mit dem der Reifen nicht zurechtkam, oder dass sich kürzlich etwas geändert hat. Der S1 Evo2 wird in den nächsten Monaten erwartet.
Die vollständigen Ergebnisse finden Sie bei Auto Express.
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