Das Team von „Die Reifentester“ bewertete in seinem Winterreifenvergleich 2025 sieben führende Winterreifen sowie einen Ganzjahres-Kontrollreifen in der gängigen Dimension 215/55 R17.
Unter der Leitung der Testredakteure Dirk Vincken und Joachim Fischer wurden Produkte von Bridgestone, Continental, Goodyear, Michelin, Nokian, Pirelli und Vredestein einer umfassenden Reihe von Tests auf Schnee, Nässe und Trockenheit unterzogen. Getestet wurden ein VW Passat Variant und ein Skoda Superb Combi auf dem Nokian-Wintertestgelände im finnischen Ivalo sowie auf der unternehmenseigenen Teststrecke „Hakka Ring“ bei Madrid. Ziel war es, Stärken und Schwächen in den Bereichen Bremsen, Traktion, Handling, Aquaplaning, Rollwiderstand und Komfort zu identifizieren und zu vergleichen, wie ein moderner Ganzjahresreifen im Vergleich zu speziellen Winterreifen abschneidet.
Der Continental TS 870 P gewann den Test mit Bestnoten in den Disziplinen Trockenheit und Nässe. Der Reifen setzte Maßstäbe in Handling und Bremsen auf trockener und nasser Fahrbahn und überzeugte auch mit Rollwiderstand und Fahrkomfort. Seine Schneeperformance ist nur durchschnittlich, sodass Fahrer, die die absolut beste Traktion im Winter suchen, möglicherweise einen Schneespezialisten bevorzugen. Insgesamt bietet er jedoch ein sehr ausgewogenes und ausgereiftes Gesamtpaket und belegt verdient den ersten Platz in der Rangliste.
Der Ultra Grip Performance 3 von Goodyear macht seinem Namen auf Schnee alle Ehre: Kein anderer Reifen im Test beschleunigt, fährt und bremst auf verschneiter Fahrbahn so gut. Dieser klare Fokus auf Wintertraktion führt dazu, dass er auf nasser und trockener Fahrbahn weniger überzeugt und nur die zweite Kategorie erreicht. Er ist daher die ideale Wahl für Fahrer, die häufig mit tiefem Schnee zu kämpfen haben; dieser Fokus sicherte ihm dennoch einen starken zweiten Platz in der Gesamtwertung.
Der Blizzak 6 glänzt beim Trockenhandling und Nassbremsen. Auch bei Längsaquaplaning zeigt er sich sehr stark, Nasshandling und Rollwiderstand zählen jedoch nicht zu seinen Stärken. Der Bridgestone-Reifen ist daher nicht der ausgewogenste Vertreter, kombiniert jedoch gute Schneeeigenschaften mit starker Nass-/Trocken-Performance und erhält als zuverlässiger Allrounder die Gesamtnote „gut“.
Vredestein verbessert sich stetig, und der Wintrac Pro+ ist ein gutes Beispiel dafür. Er kann im anspruchsvollen Trockenhandling-Test mit Bridgestone und Continental mithalten und überzeugt in allen Kriterien. Zwar dominiert er keine Einzeldisziplin, doch seine konstant guten Ergebnisse sichern ihm den vierten Platz und ein sehr solides „Gut“ in der Gesamtwertung.
Der Pirelli Winter 2 verhält sich sehr ähnlich wie der Nokian Snowproof 2. Er bietet zwar keine Weltklasse-Leistung bei Nässe oder Trockenheit, punktet aber in den Schneedisziplinen Handling, Bremsen und Traktion. Insgesamt liegt er zwischen den Extremen Schneespezialist und Nass-/Trockenexperte und erhält eine gute Bewertung.
Der Alpin 7 überzeugt zwar auf Schnee, Matsch und Eis, erreicht aber keine absolute Spitzenleistung. Handling und Bremsen auf nasser und trockener Fahrbahn sind wenig überzeugend. Dafür glänzt er in den „weichen“ Disziplinen: Rollwiderstand, Innengeräusch und Fahrkomfort sind erstklassig. Das macht den Michelin für Fahrer attraktiv, denen Effizienz und Komfort wichtiger sind als maximaler Grip.
Der Nokian Snowproof 2 hat starke Konkurrenz, erzielt aber dennoch gute Ergebnisse beim Bremsen auf Schnee und bei der Traktion. Er ist der unangefochtene Aquaplaning-Champion und führt sowohl den Längs- als auch den Quertest an. Seine Schwächen liegen in den Sommerdisziplinen: Nass- und Trockenhandling sowie Trockenbremsen liegen hinter dem Continental. Dennoch erhält er eine gute Gesamtbewertung und ist damit eine solide Wahl für den Winter.