Anders als Autofahrer haben Motorradfahrer eine enge Beziehung zu ihren Reifen und wissen genau, wie wichtig es ist, den richtigen Reifen für ihren Fahrstil und den vorgesehenen Einsatzzweck zu wählen. Da Reifen manchmal weniger als 3.200 Kilometer halten, kann der richtige Reifen buchstäblich den Unterschied zwischen einer sicheren Heimfahrt bei Nässe und einem schweren Sturz mit Beschädigungen am Motorrad und - schlimmer noch - Verletzungen ausmachen.
Da der Motorradreifenmarkt leider kleiner ist als der Autoreifenmarkt, investieren die Fachzeitschriften weniger Geld in Vergleichstests, und aussagekräftige Reifentests sind schwerer zu finden. Umso interessanter ist der Motorrad-Reifentest 2014, denn als deutsches Magazin haben sie sich große Mühe gegeben, herauszufinden, welcher Reifen auf einer Honda CB 1000 R mit den Dimensionen 120/70 ZR 17 und 180/55 ZR 17 am besten funktioniert.
Leider war dieser Artikel etwas schwierig zu übersetzen, und manche Motorradreifentests passen nicht ganz zu unserer Reifendatenbank. Daher empfehlen wir Ihnen, den vollständigen Artikel zu lesen. Wie immer haben wir die wichtigsten Punkte unten zusammengefasst.
Alle Trockentests wurden auf der Straße durchgeführt, die Nasstests auf der Rennstrecke.
Dry: Die ersten Meter beweisen, dass der Michelin ein exzellenter Reifen ist, der bei kalten Straßenverhältnissen hervorragendes Feedback und ein gutes Fahrgefühl vermittelt. Sobald er sich erwärmt hat, beginnt der Fahrspaß, denn der Michelin bietet eine sichere und neutrale Balance.
Wet: Mit der besten Rundenzeit bei Nässe und der höheren Kurvengeschwindigkeit glänzt der Michelin bei nasser Fahrbahn. Insgesamt Erster, aber beim Bremsen von Bridgestone und Dunlop geschlagen.
Bei schlechtem Wetter hatten Michelin-Fahrer schon immer gute Karten. Das neue Road 4 zeigt erwartungsgemäß keine Schwächen.
Dry: Auf der Straße beweist der neue Conti Road Attack 2 EVO, dass er nach wie vor der beste Rennradreifen ist. Er überzeugt selbst in extremen Schräglagen mit einer insgesamt neutralen Balance und hervorragendem Feedback. Einziger kleiner Nachteil: Bei hohen Geschwindigkeiten wirkt er etwas nervös.
Wet: Im Nassen belegte der EVO den vierten Platz in der Gesamtwertung und verbesserte sich damit deutlich gegenüber seinem Vorgänger.
Der Entwicklungsschritt hat sich für den RoadAttack EVO ausgezahlt. Der Reifen brilliert auf kurvenreichen Landstraßen, macht auch schwere Motorräder wendig und hat bei Nässe zu den Marktführern aufgeschlossen.
Dry: Der Angel GT zeigt Pirellis sportliche Wurzeln und überzeugt auch bei hohen Geschwindigkeiten auf der Straße mit exzellenter Stabilität und präziser Rückmeldung. Er benötigt allerdings etwas länger, um auf Betriebstemperatur zu kommen als Conti oder Michelin.
Wet: Bei Nässe zeigt der Pirelli eine beeindruckende Leistung mit reichlich Gripreserven selbst bei hohen Schräglagen und ist fast so schnell wie der schnellste Michelin.
Ein Tourenreifen mit sportlichem Charakter, der sowohl bei trockenen als auch bei nassen Bedingungen überzeugt.
Dry: Obwohl der Bridgestone nicht die Höchstgeschwindigkeit der Top 3 erreicht, bietet er ein angenehmes Fahrgefühl mit viel Ausgewogenheit und neutralem Kurvenverhalten. Seine Stärke liegt in der Langstreckentauglichkeit und der hohen Beladung; er ist zudem äußerst verschleißfest.
Wet: Beste Bremsleistung bei Nässe, aber mangelnde Klarheit über die Haftungsgrenze bei Nässe erschwert eine schnelle Zeit.
Der T30 besticht insbesondere durch seine Ausgewogenheit und seine sehr neutrale Gesamtcharakteristik.
Dry: Der RoadSmart 2 ist ein sehr sportlicher Tourenreifen und bietet nach Erreichen der Betriebstemperatur hohe Stabilität in Kurven. Er benötigt etwas länger zum Aufwärmen als die Testsieger und fühlt sich bis dahin etwas träge an.
Wet: Ein fantastischer Reifen für nasse Bedingungen, der hervorragende Traktion, Kurvenverhalten und Bremsleistung bietet. Wie bei Trockenheit wirkt er im kalten Zustand etwas hölzern.
Der Roadsmart 2 schlägt das Pendel in Richtung Sportlichkeit aus - was bedeutet das? Viel Stabilität, weniger Wendigkeit. Und er muss erst auf Betriebstemperatur gebracht werden.
Dry: Dank überarbeiteter Karkassenkonstruktion harmoniert der neue Z8 Interact deutlich besser mit unseren Testrädern. Er bietet gutes Feedback und hervorragenden Grip und sorgt so auch bei hohen Geschwindigkeiten für starke Stabilität.
Wet: Ähnlich wie der Dunlop bei Nässe, aber die Bremsleistung bei Nässe ist etwas schlechter.
Im Gegensatz zu den Vorgängermodellen des Z8 ist die neue Version leichter und auch bei Nässe gut zu fahren. Die Vorteile sind beachtlich, aber die Konkurrenz ist auch stark.
Dry: Die stabile Bremsleistung ist ein Highlight, wo der Avon ansonsten bei trockenen Bedingungen mit Stabilitätsproblemen zu kämpfen hat, was sich besonders auf unebenen Strecken bemerkbar macht.
Wet: Längster Bremsweg bei Nässe und generell mangelnde Haftung im Vergleich zu den anderen Testfahrzeugen.
Unter idealen Straßenbedingungen kann der Storm 3D gut mithalten, aber sobald die Bedingungen schwierig oder nass werden, sollte man den Avon besser meiden.
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