Der Michelin Pilot Sport 5 ist ein Kundenliebling – er ist testerprobt, langlebig und einer der besten Allround-UHP-Reifen auf dem Markt. Daher war die Entwicklung einer rollwiderstandsarmen „Energy“-Version von vornherein eine Herausforderung. Bisher bedeuteten energieoptimierte Performance-Reifen einen spürbaren Verlust an Nasshaftung. Die Frage ist, ob Michelin diese Lücke schließen konnte.
Die hier präsentierten Daten stammen aus zwei Testprogrammen, die beide von Michelin in Auftrag gegeben wurden. Die Leistungsprüfung wurde im August 2025 von TÜV SÜD bei TRIWO Pferdsfeld durchgeführt (Prüfbericht Nr. 713379856-S32-01) und umfasste Bremsverhalten bei Nässe und Trockenheit, Fahrverhalten bei Nässe sowie Rollwiderstand. Die Verschleißprüfung wurde im September und Oktober 2025 von DEKRA in Narbonne, Frankreich, durchgeführt (Prüfbericht CPA MARK25H). Beide Tests wurden mit einem Tesla Model Y (Hinterradantrieb, 75 kWh, 2.080 kg) und der Reifengröße 255/40 R20 101Y XL durchgeführt.
Nassbremsung
Der PS5 kam nach 25,6 m zum Stehen, der PS5 Energy nach 27,8 m – ein Vorteil von 2,2 m. Das ist ein messbarer Unterschied, aber deutlich geringer als bei früheren Hochleistungsreifen mit niedrigem Rollwiderstand.
Trockenbremsen
Aus 100-0 km/h auf trockenem Asphalt kam der PS5 Energy mit 34,8 m tatsächlich etwas kürzer zum Stehen als der PS5 mit 35,1 m. Dies ist wahrscheinlich auf die geringere Profiltiefe des Energy zurückzuführen – weniger Profilverformung verbessert im Allgemeinen das Bremsverhalten auf trockener Fahrbahn –, obwohl die Berichte die Ausgangsprofiltiefe nicht bestätigen.

Nasshandhabung
Auf der 1.830 m langen Nasshandling-Strecke von TÜV SÜD war der PS5 schneller und erreichte 105,4 % der Rundenzeit, der PS5 Energy hingegen 100 %. Die subjektiven Bewertungen lagen bei 8,92 gegenüber 8,00. Der PS5 ist im Nasshandling eindeutig überlegen, doch eine subjektive Bewertung von 8,00 ist auch absolut gesehen ein starkes Ergebnis.
Rollwiderstand
Das ist die wichtigste Kennzahl. Der PS5 Energy erreichte einen RR-Wert von 6,5 gegenüber 7,9 beim Standard-PS5 – ein enormer Unterschied. Für Besitzer von Elektrofahrzeugen bedeutet das eine deutliche Reichweitensteigerung, und über die gesamte Lebensdauer des Reifens summiert sich die Energieeinsparung erheblich.
Profilverschleiß
Im 7.712 km langen Konvoi-Test von DEKRA verlor der PS5 Energy an allen vier Positionen 901 g Gummi, während der Standard-PS5 1.138 g – also 26 % mehr – einbüßte. Trotzdem war die hochgerechnete Laufleistung nahezu identisch; der PS5 sollte lediglich 101 km länger halten. Vermutlich verfügte der PS5 von Anfang an über eine größere Profiltiefe, was ihm trotz des schnelleren Verschleißes eine etwas längere Restlaufzeit bis zur Verschleißgrenze ermöglichte.
Urteil
Der Pilot Sport 5 Energy büßt etwas an Nasshaftung ein – der PS5 hat einen kürzeren Bremsweg bei Nässe und ist in diesem Fahrverhalten agiler. Die Unterschiede sind jedoch deutlich geringer als man es von Reifen dieser Art gewohnt ist. Beim Bremsen auf trockener Fahrbahn gibt es keine Unterschiede, die Laufleistung ist im Wesentlichen gleich, und die Verbesserung des Rollwiderstands ist wirklich beeindruckend.
Bei einem so angesehenen Reifen wie dem Pilot Sport 5 ist es schwierig, eine Variante mit geringerem Energiegehalt zu entwickeln, ohne seine Kernqualitäten zu beeinträchtigen. Ich finde, Michelin hat hier gute Arbeit geleistet. Wenn Sie als Besitzer eines Elektrofahrzeugs die Reichweite maximieren möchten, ohne Kompromisse bei den Reifen eingehen zu müssen, ist der PS5 Energy eine vielversprechende Option.