Da Budgetreifen in puncto Leistung immer näher an Premiumreifen heranrücken, schauen wir uns an, wie ein günstiger Reifensatz die subjektive Balance und das Fahrverhalten eines leistungsstarken Autos wie dem Mercedes C63 AMG verändern kann.
Die getesteten Reifen? Der hochgelobte Continental Sport Contact 6 und der für den Preis recht gute Rotalla RU01 S-Pace .
Sehen Sie sich das Video des Tests an oder lesen Sie unten, was wir herausgefunden haben.
Bremsen

Wie versprochen, schnitt der Rotalla-Budgetreifen bei Bremsversuchen auf nasser und trockener Fahrbahn fast genauso gut ab wie der Continental. Er unterschied sich lediglich in einer einzigen Bewertung der EU-Norm für Nassbremsen (A vs. B). Trotz dieses geringen Unterschieds im Bremsweg war die Restgeschwindigkeit des Budgetreifens immer noch hoch. Zu dem Zeitpunkt, an dem der Premiumreifen das Auto sicher zum Stehen gebracht hätte, wäre man mit dem Budgetreifen noch 20 km/h schnell gewesen.
| Durchschnittliche Entfernung (m) | Prämie | Budget |
| Nass (80-0 km/h) | 26,5 | 27,6 |
| Trocken (100-0 km/h) | 33,7 | 35,4 |
Wie konnte der Budgetreifen so nah an den Premiumreifen herankommen? Obwohl wir keine umfangreichen Verschleißtests durchführen konnten, ist die Shore-Härte des Gummis, die deutlich weicher als bei den Continental-Reifen war, ein guter Indikator. Weicheres Gummi bedeutet in der Regel mehr Grip, insbesondere bei Nässe, allerdings auf Kosten des Verschleißes. Diese Theorie wurde mit ziemlicher Sicherheit während der Fahrsimulation am Ende des eigentlichen Tests bestätigt, bei der der Budgetreifen in Stücke riss und deutlich schneller verschlissen schien als der Premiumreifen.
Nasshandhabung

Beim Vergleich von Premium- und Budgetreifen bei Nässe betrug der Unterschied erneut rund 5 %, was beeindruckend ist.
Was die 5 % nicht aussagen, ist, wie schwierig es tatsächlich war, das Auto schnell zu fahren. Während der Continental ausgewogen, berechenbar und spaßig war, war der günstige Rotalla unberechenbar, neigte stark zum Untersteuern und schlug dann unerwartet ins Übersteuern aus. Er bot zudem deutlich weniger Feedback und Präzision über das Lenkrad, sodass man selbst im Stand ständig abschätzen musste, wo die Grenze lag und wann man ins Rutschen geraten würde.
Trockene Handhabung

Wie bei den meisten Reifentests zeigte sich auch hier, dass die Unterschiede zwischen den Reifen bei trockener Fahrbahn geringer waren als bei nasser. Die Vorteile des Budget-Reifens waren größtenteils gegeben, und objektiv betrachtet lag der Preisunterschied zum Premium-Reifen erneut nur 5 % unter dem des Premium-Reifens.
Wie wir bei Nässe feststellten, bot der Mercedes mit dem Premium-Reifen von Continental eine besser kontrollierbare und berechenbarere Balance, doch der Unterschied war geringer. Versuchte man, in eine zweite Runde zu gehen, wurde der Budget-Reifen spürbar langsamer, und Feedback sowie Kontrollierbarkeit nahmen weiter ab.
Tragen

Leider reichte die Zeit nicht für objektive Verschleißtests. Nach dem Testprogramm wiesen die Budgetreifen jedoch deutlich stärkere Abnutzungserscheinungen auf. Während die Continental-Reifen gleichmäßig und glatt abgenutzt waren, fehlten bei den Budgetreifen an mehreren Stellen Gummistücke im Profil. Zugegeben, diese Reifen wurden nicht so beansprucht, wie man es im Straßenverkehr tun sollte, aber es verdeutlicht die geringere Belastbarkeit der günstigeren Option.
Kaufpreis
Hier gibt es keinen Vergleich: Ein Satz Budgetreifen kostet 329,76 £, ein Satz Premiumreifen 613,84 £. Selbst mit dem scheinbaren Nachteil beim Verschleiß der Budgetreifen bieten diese immer noch ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis.
Abschluss

Werden Budgetreifen besser? Betrachtet man nur die Zahlen, könnte man leicht annehmen, dass ein Reifen, der innerhalb von 5 % der Bremsleistung eines 40 % teureren Reifens liegt, ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet. Fährt man sie jedoch nebeneinander, erkennt man den zusätzlichen Aufwand, den Premiumhersteller bei der Reifenentwicklung betreiben, und die daraus resultierende umfassende Leistungsfähigkeit.
Reifen, insbesondere bei Sportwagen, sind weit mehr als nur Zahlen. Sie beeinflussen die Fahrzeugbalance, das Fahrverhalten und den Fahrspaß. In diesem Beispiel war der Premiumreifen deutlich überlegen.
Man sollte außerdem bedenken, dass Budgetreifen nicht alle gleich sind. Diese Reifen waren außergewöhnlich gut; normalerweise beträgt der Unterschied bei Tests wie Bremsleistung auf nasser Fahrbahn über 15 %, nicht nur 5 %.
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