Menu

Michelin bringt den Pilot Sport Endurance 2026 auf den Markt: Rennen in eine nachhaltige Zukunft

Jonathan Benson
Written by Jonathan Benson
3 Mindestlesezeit
Contents
  1. Technische Zusammensetzung und Materialien
  2. Leistungsverbesserungen
  3. Entwicklung durch Simulation
  4. Strategie zur Reduzierung der Zuteilung
  5. Technologietransfer zu Serienreifen

Michelin hat seine Rennreifen der nächsten Generation für die IMSA WeatherTech SportsCar Championship vorgestellt. Sie bestehen zu 50 % aus erneuerbaren und recycelten Materialien und versprechen verbesserte Leistungsmerkmale.

Die neue MICHELIN Pilot Sport Endurance 2026-Reihe ist Teil der umfassenderen „All-Sustainable“-Strategie von Michelin, die darauf abzielt, bis 2050 bei der gesamten Reifenproduktion 100 % erneuerbare und recycelte Materialien zu verwenden, mit einem Zwischenziel von 40 % bis 2030. Derzeit machen nachhaltige Materialien 31 % der gesamten Materialeinkäufe von Michelin aus.

„Angesichts des technischen und sportlichen Erfolgs unserer aktuellen Modellpalette wäre es verlockend, auf Stabilität zu setzen. Doch gerade wenn alles funktioniert, muss man sich trauen, noch einen Schritt weiterzugehen“, erklärt Matthieu Bonardel, Direktor von Michelin Motorsport. „Unsere Verantwortung ist es zu beweisen, dass technologische Spitzenleistung und Umweltverantwortung Hand in Hand gehen können.“

Technische Zusammensetzung und Materialien

Der zu 50 % nachhaltige Anteil umfasst sowohl erneuerbare als auch recycelte Materialien in allen wichtigen Reifenkomponenten:

Erneuerbare Materialien:

  • Naturkautschuklatex
  • Bio-Öle
  • Biobasierte Harze

Recycelte Materialien:

  • Rückgewonnener Ruß aus Altreifen
  • Bewehrung aus recyceltem Stahl

Diese Materialzusammensetzung umfasst alle primären Reifenkomponenten: synthetischer Kautschuk (25 %), Naturkautschuk (24 %), Füllstoffe einschließlich Ruß und Kieselsäure (20 %), Stahl (10 %), Zusatzstoffe (14 %) und Textilien (7 %).

Leistungsverbesserungen

Entgegen der Annahme, dass Nachhaltigkeit die Leistung beeinträchtigen könnte, bietet der neue Reifen laut Michelin mehrere Wettbewerbsvorteile:

  • Verbesserte Aufwärmeigenschaften: Schnellerer Temperaturaufbau für optimale Leistungsfenster
  • Verbesserte Langlebigkeit: Erweiterte Einsatzmöglichkeiten ohne Leistungseinbußen
  • Größere Konsistenz: Vorhersehbareres Verhalten während der gesamten Reifenlebensdauer
  • Markante Optik: Neues Seitenwanddesign für verbesserte Sichtbarkeit

Diese Verbesserungen bauen auf einer bereits erfolgreichen Plattform auf, bei der die IMSA-Hypercar-Prototypen durch optimierte Reifennutzung jährlich etwa eine Sekunde pro Runde gewinnen.

Entwicklung durch Simulation

Der Entwicklungsprozess stützte sich stark auf virtuelle Tests mit der Michelin-Software TAMETIRE und der Finite-Elemente-Analyse. Dieser Ansatz reduzierte die Umweltbelastung durch Forschung und Entwicklung deutlich, indem er die physische Prototypenproduktion und die Streckentests minimierte.

Philippe Tramond, Technischer Direktor von Michelin Motorsport, merkt an: „Die Simulation ist der Ausgangspunkt einer völligen Neuerfindung.“ Die Integration virtueller Fahrermodelle ermöglicht vollständige mehrstündige Stint-Simulationen, die Bewertung der Reifenkonsistenz und die Generierung optimierter Rennlinien, bevor physische Prototypen hergestellt werden.

Strategie zur Reduzierung der Zuteilung

Die verbesserte Reifenlebensdauer ermöglicht erhebliche Reduzierungen der Reifenzuteilung. Von der DPi-Ära 2023 bis zu den aktuellen GTP-Vorschriften hat sich die saisonale Reifenzuteilung um 30 % verringert. Michelin prognostiziert ab 2027 weitere Reduzierungen um 15–30 %, vorausgesetzt, die Reifen werden im Wettbewerb 2026 robust für Doppelstints eingesetzt.

Technologietransfer zu Serienreifen

Während der unmittelbare Fokus weiterhin auf Rennsportanwendungen liegt und jährlich rund 10.000 Reifen für die IMSA-Spitzenklassen produziert werden, werden die entwickelten Technologien und Methoden auch auf die Serienreifen von Michelin übertragen. Dazu gehören Simulationstools, nachhaltige Materialbeschaffung und Herstellungsprozesse, die auf die jährliche Produktion von fast 200 Millionen Reifen des Unternehmens skalierbar sind.

Die Integration nachhaltiger Materialien wird durch eine umfassende Ökobilanzmethode (LCA) gemäß ISO 14040-44-Standards geleitet, die sicherstellt, dass Verbesserungen in einem Bereich keine negativen Auswirkungen an anderer Stelle in der Produktionskette haben.

Weitere Reifeninformationen


comments powered by Disqus