Teilweise abgefahrene Reifen
Gebrauchte Reifen sorgen im Internet für viele Diskussionen, und jeder Thread, der dazu gestartet wird, artet meist in eine hitzige Debatte über die Vor- und Nachteile gebrauchter Reifen aus.Die Befürworter empfehlen gebrauchte Reifen als besonders preiswert und verweisen oft darauf, dass sie „vom Kontinent importiert werden, wo andere Vorschriften zur Profiltiefe gelten“. Sie schwören darauf, dass sie ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Die Kritiker sind da deutlich vorsichtiger und stellen einige interessante Fragen: Warum wurde ein einwandfreier Reifen von einem Fahrzeug demontiert? In welchen Unfall könnte das Auto verwickelt gewesen sein (und welche Schäden könnten dadurch entstanden sein)? Wie kann man sicher sein, dass der Reifen nicht auf unsichtbare Weise beschädigt ist?
Leider gibt keine der beiden Seiten jemals nach, und es gibt in der Regel nur sehr wenige Forschungsergebnisse, die auf beiden Seiten angeführt werden können.
Zum Glück hat die Verbraucherschutzbehörde Birmingham dieses Jahr eine Untersuchung durchgeführt, die alarmierende Ergebnisse zutage förderte. Die Behörde stellte fest, dass 90 % der getesteten gebrauchten Reifen die gesetzlichen Mindestanforderungen nicht erfüllten. Die Mängel reichten von eingebetteten Nägeln über unzureichende Profiltiefe und freiliegende Karkassenfäden bis hin zu mangelhaften Seitenwandmarkierungen. Ein Reifen war sogar 17 Jahre alt.
Leider war die Stichprobe der Birminghamer Verbraucherschutzbehörde nicht vollständig; sie kaufte lediglich zehn Reifen und schickte davon nur sechs zur weiteren Untersuchung an TyreSafe. Interessanterweise wiesen alle sechs an TyreSafe gesendeten Reifen bei der Röntgenuntersuchung Anzeichen von Aufprallschäden auf, die zu instabilen Belastungspunkten und in der Folge zu einem Reifenplatzer führen könnten.
Wir hätten uns zwar eine größere Stichprobe an Reifen gewünscht, doch das wichtigste Ergebnis dieser Untersuchung ist, dass alle sechs geröntgten, gebrauchten Reifen innere Schäden aufwiesen, die weder bei normalen Prüfungen noch mit bloßem Auge erkennbar waren. Man mag uns altmodisch nennen, aber das ist ein hervorragender Grund, beim Kauf gebrauchter Reifen äußerst vorsichtig zu sein.
Laut Gesetz müssen alle gebrauchten Reifen dauerhaft als abgenutzt gekennzeichnet sein, eine Profiltiefe von mindestens 2 mm rundum aufweisen und das ursprüngliche Profil muss vollständig sichtbar sein. Jegliche Reparaturen am Reifen müssen gemäß der britischen Norm BS AU 159 durchgeführt worden sein.
Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Schreibt eure Kommentare unten.
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