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Michelin Pilot Sport 4S vs. Continental ExtremeContact Sport + Pilot Sport AS3+ vs. P Zero und RE980AS

Jonathan Benson
Written by Jonathan Benson
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Contents
  1. Einführung
  2. Trockenprüfung
  3. Nassprüfung
  4. Den Tag ausklingen lassen

Nicht nur die Schreibweise des Wortes „Reifen“ ist unterschiedlich, auch die europäischen und nordamerikanischen Regionen haben unterschiedliche Anforderungen an die Leistungsfähigkeit von Reifen, und so kann es vorkommen, dass Reifenhersteller auf den beiden Kontinenten völlig unterschiedliche Produktpaletten anbieten.

Generell sind amerikanische Reifen auf deutlich größere Laufleistungen ausgelegt als ihre europäischen Pendants. Laufleistungsgarantien von 60.000 Meilen sind keine Seltenheit. Bei europäischen Reifen wird weniger Wert auf die Profiltiefe, dafür aber umso mehr auf Nasshaftung gelegt. Das bedeutet, dass unsere UHP-Reifen zwar in den feuchteren Regionen Europas hervorragende Leistungen erbringen können, aber Laufleistungen von nur 15.000 Meilen mit einem Satz Performance-Reifen nicht ungewöhnlich sind.

Trockenprüfung

Da Tyre Reviews ein in Europa ansässiges Unternehmen ist, ist es selten, dass wir Reifen für den amerikanischen Markt testen können. Dank Michelin war es uns jedoch möglich, eine Reihe von Profilen bei trockenen und nassen Bedingungen im Atlanta Motor Sports Park in Georgia zu testen.

Die durchgeführten Tests waren zwar begrenzt, gaben aber einen guten Aufschluss darüber, wie die Reifen im Vergleich zueinander abschneiden. Zunächst testeten wir die Unterschiede im Fahrverhalten auf trockener Fahrbahn zwischen dem Michelin Pilot Sport 4S (der auch in Europa erhältlich ist) und dem Continental ExtremeContact Sport mit einem Porsche Cayman.

Der Unterschied war sofort spürbar. Im wahrsten Sinne des Wortes. Beim Einsatz der Launch Control bergauf in Kurve eins hatte der Cayman mit den Michelin-Reifen keinerlei Traktionsprobleme, drehte aber mit den Continental-Reifen durch und lief dann im ersten Gang durchgehend mit der Traktionskontrolle. Auch die schnelle Rechtskurve von Kurve eins spielte dem ExtremeContact Sport nicht in die Karten: Während der Cayman mit den Michelin-Reifen ausgewogen und stabil auf der Straße lag, kämpfte er mit den Continental-Reifen ums Einlenken. Und beim direkten Wechsel in die bergab führende Linkskurve zwei trat mit den Continental-Reifen Übersteuern auf, das mit den Michelin-Reifen nicht der Fall war.

Der Rest der Runde zeigte den gleichen Trend wie die ersten beiden Kurven: Der Continental hatte sichtlich Probleme beim Lenken und Bremsen, während der Michelin deutlich besser abschnitt. Punkt für Michelin.

Ein fairer Test wäre vielleicht der Continental Sport Contact 6 gewesen, der erst seit Kurzem in Amerika erhältlich ist, aber der ExtremeContact Sport ist einer der am besten bewerteten UHP-Reifen von tirerack.com, daher werden die Autofahrer diese Wahl treffen müssen.

Nassprüfung

Der nächste Test umfasste einen BMW 340i und die Reifen Michelin Pilot Sport AS3+ und Pirelli P Zero (PZ4) . Es handelte sich um einen einfachen Bremstest bei Nässe und Trockenheit. Die Bremszeiten aller Teilnehmer wurden über den Tag verteilt aufgezeichnet, um den Gesamtunterschied zwischen den beiden Reifen zu ermitteln. Das Ergebnis? Der Michelin erzielte im Durchschnitt 111 Fuß (ca. 33,8 m) Bremsweg im Trockenen und 112 Fuß (ca. 34,1 m) im Nassen, während der Pirelli im Durchschnitt 118 Fuß (ca. 36 m) im Trockenen und 122 Fuß (ca. 37,2 m) im Nassen erreichte. Das ist ein deutlicher Unterschied.

Zum Schluss stand das Fahrverhalten bei Nässe auf dem Programm, erneut mit dem Pilot Sport AS3+ auf einem BMW 320i, diesmal jedoch im Vergleich zu Bridgestones neuestem und besten Ganzjahresreifen, dem Bridgestone Potenza RE980AS . Objektiv betrachtet schnitt der Bridgestone in diesem Test überraschend gut ab, mit Nassgrip-Werten, die dem Michelin kaum nachstanden. Was dem Bridgestone jedoch deutlich fehlte, war das subjektive Fahrverhalten. Die Lenkung wirkte in der Mittellage gefühllos, das Einlenkverhalten war träger, und die Rückmeldung über das Reifenverhalten war sehr gering. Während man beim Michelin die Haftungsgrenze spüren konnte, fehlte dem Bridgestone diese detaillierte Information, was zu einigen unerwarteten Momenten führte, in denen der Grip ohne Vorwarnung nachließ. Es war eine gute Erinnerung daran, dass reiner Grip nicht alles ist; der Reifen muss dem Fahrer genau vermitteln, was passiert.

Den Tag ausklingen lassen

Der letzte Stopp des Tages war kein Vergleichstest, sondern vielmehr eine Demonstration der Leistungsfähigkeit der Michelin-Reifen. Wir hatten die Gelegenheit, Runden auf dem Road Atlanta Raceway in einem Porsche Cayman mit Michelin Pilot Sport 4S und einer Chevrolet Corvette C7 mit Michelin Pilot Sport AS3+ zu drehen.

Wie erwartet, harmonierten Porsche und Michelin perfekt. Das Auto blieb bis ins Grenzgebiet und darüber hinaus berechenbar und stabil, selbst mit dem enormen Grip. Corvette und AS3+ passten weniger gut zusammen, da die gewaltige Leistung des Corvette-Motors den AS3+ oft überforderte. Doch für einen Ganzjahresreifen auf einem 460 PS starken Auto und auf einer anspruchsvollen Rennstrecke zeigte der Michelin Pilot Sport AS3+ eine herausragende Leistung.

Alles in allem war es eine äußerst beeindruckende Vorführung von Michelin und der Auftakt zu weiteren, speziell auf die USA zugeschnittenen Inhalten auf Tyre Reviews in der Zukunft!

Oder sollten wir uns jetzt Reifentests nennen?

Diskussion

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